Transformative Bildung

„Zum erstenmal in der Geschichte hängt das Überleben der Menschen von einer radikalen seelischen Veränderung ab.“

Erich Fromm

Welche Fähigkeiten brauchen wir, um auf unserem Planeten weiter leben zu können? Wie kommen wir von einer imperialen zu einer bedürfnisorientierten Lebensweise? Wie können wir den Wandel gestalten, ohne an den Krisen zu verzweifeln? Kurz: Wie muss (Erwachsenen-)Bildung aussehen, um der anstehenden Transformation gerecht zu werden?

Erkenntnisse

Der Große Wandel braucht geklärte Menschen, resiliente Gemeinschaften und die Lust, unser Tun für den Erhalt dieser Erde einzusetzen. Die didaktische Kunst liegt also darin, Selbstwerdung, Gemeinschaftsbildung und Dienst an der Erde zusammenbringen.

Thematisch geht es um die folgenden fünf Bewegungen:

  • von der anthropozentrischen zur ökologischen Haltung,
  • von der imperialen zur bedürfnisorientierten Lebensweise,
  • vom derzeit dominierenden linearen zum stärker zyklischen Denken,
  • vom trennenden zum verbindenden Handeln,
  • vom nachhaltigen zum regenerativen Anspruch.

Das Besondere transformativer Bildung entsteht dann, wenn auch die Art und Weise des Wandels didaktisch berücksichtigt wird:

  • Bei einem Wandel kommt nicht nur etwas Neues in die Welt, es stirbt auch etwas Altes. Darum lösen Transformationsprozesse oft Angst aus.
  • Bilder und Narrative sind wirkmächtiger als Daten und Fakten. Alte Bilder, die nicht mehr tragen, gehören auf den Prüfstand, neue Erzählungen für ein „gutes Leben für alle“ müssen gesucht und gefunden werden.
  • Oft fühlen wir uns verzweifelt und gelähmt, wir resignieren oder flüchten in Ablenkung, wenn uns das Ausmaß der Zerstörung unserer imperialen Lebensweise bewusst wird. Manchmal fühlen wir auch Schuld uns Scham, wenn wir unsere eigenen Verstrickungen erkennen.
  • Ein wirksamer Wandel geht nicht ohne Bewusstseinswandel. Und ein Bewusstseinswandel führt meist in spirituelle Tiefen: Um im Außen wirksam zu werden, braucht es innere Arbeit. Aktion & Kontemplation. Und es braucht die richtige Mischung von Tun & Nicht-Tun: Anpacken und Nachvorngehen – und gleichzeitig sich dem Leben hingeben und es machen lassen.
  • Und schließlich: Wandel ist in aller erster Linie Praxis. Es braucht Übung. Wir können nur ausüben, was wir zuvor eingeübt haben.

Projekte

Ich arbeite an einer Didaktik für eine transformative Bildung. Für die genannten fünf Bewegungen entwickle ich entsprechende didaktische Modelle. Dazu nutze ich Erkenntnisse und Übungen aus der Despair-Arbeit, der Tiefenökologie, der Schöpfungsspiritualität, der Permakultur, der Gewaltfreien Kommunikation und der Debatte um Tiefenanpassung („Deep Adaptation“).