Um Ökologie & Nachhaltigkeit in der evangelischen Kirche voranzutreiben, habe ich folgende Projekte (mit)initiiert:
„Digitalen Öko-Stammtisch“
In der Corona-Zeit gestart hat sich des Online-Format in der evangelischen Kirche im Rheinland fest etabliert. 14 Mal im Jahr (10x vormittags, 4x abends) gibt es einen moderierten Austausch zu einem kirchlichen Nachhaltigkeitsthema.
„oeko ekir Infodienst“
Ein Newsletter für, der alle Interessierten mit wichtigen Infos und Veranstaltungshinweisen im Bereich der evangelischen Kirche im Rheinland versorgt.
„Zero Waste in der Kirche“
Ein Projekt mit vier Kirchengemeinden in und um Köln, um Müllvermeidung systematisch zu reduzieren.
„Grüne Raben“
Ein Pilot-Kurs in 2021 für Öko-Pionier:innen in Kirchengemeinden.
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Zehn Stichpunkte zur Grünen Reformation
Die Idee einer „Grünen Reformation“ hatte ich 2018 in einem Thesenpapier formuliert. Mittlerweile hat sich in den Kirchen einiges getan, vor allem beim Thema Treibhausgasneutralität, die Grundgedanken sind nach wie vor aktuell.
Lust statt Frust: Wie Öko-Engagement in Kirchengemeinden gelingen kann
Mit dieser Frage beschäftige ich mich immer wieder. Hier ein Vortrag von mir auf der Kreissynode Köln-Süd.
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Stichwort „Grüne Reformtion“
Mich fasziniert die Idee einer „Grünen Reformation“, seit ich sie zum ersten Mal hörte. Das war 2017 auf der gleichnamigen Tagung in Hofgeismar. Der Begriff „Grüne Reformation“ hat sich in der kirchlichen Landschaft allerdings nicht etabliert. Trotzdem füge ich noch ein paar Gedanken dazu an:
Die „klassische“ Reformation dreht sich um das Versöhnungsgeschehen zwischen Gott und Mensch. Es entwickelte sich die sogenannte Rechtfertigungsglehre, ein bahnbrechender Gedanke. Der Protestantismus hat sich dann für meinen Geschmack aber zu monothematisch an diesem einen theologischen Motiv abgearbeitet. Für ein Theologietreiben im Anthropozän braucht es mehr.
Die Idee der Grünen Reformation stellt nun ein weiteres Versöhnungsgeschehen in den Raum: die Versöhnung zwischen Mensch und Erde. Jetzt ist die Zeit, dies theologisch in den Mittelpunkt zu rücken – es gibt dazu noch nicht all zu viel. Im Kern geht es bei den Reformationen 1517ff und 2017ff um dasselbe: um Umkehr. Daraus folgen theologische, spirituelle und institutionelle Aufgaben.
- Theologisch geht es um die Entwicklung einer Ökologischen Theologie – nicht als neue „Themen-Theologie“, sondern als neues theologisches Paradigma, ähnlich wie die feministische Theologie.
- Spirituell geht es um eine „erdige“, erdverbundene Frömmigkeitspraxis. Die christliche Tradition der Schöpfungsspiritualität ist reich – muss aber wiederentdeckt und fruchtbar gemacht werden.
- Institutionell geht es darum, zu einer nachhaltigen und ressourcenschonenden Kirche zu werden, in der die Fülle des Lebens gefeiert wird. Kirchengemeinden können zu schöpfungsspirituellen Lernzentren werden – quer durch die gemeindlichen Handlungsfelder.
Eine Grüne Reformation kann die Große Transformation kirchlicherseits begleiten und fördern. Und eine Grüne Reformation kann (wird!) die Kirche vitalisieren. Attraktivität durch Relevanz! Und mit ihren eigenen Ressourcen – geistlichen wie infrastrukturellen – kann sich die Kirche bei der Großen Transfromation miteinbringen und eigene Akzente setzen.
„Seit der Reformation haben wir erkannt: Wir haben einen gnädigen Gott. Heute ist die Stunde der reformatorischen Erkenntnis: Die Erde braucht einen gnädigen Menschen. Ein paar grüne Gebete genügen nicht. Nur eine tiefgreifende Veränderung des theologischen Paradigmas – des Anthropozentrismus – wird uns herausführen.“ (Bärbel Wartenberg-Potter)